BARHUF! – WIESO?

Pferdehufe sind das optimale Ergebnis von ca. 55. Millionen Jahren Evolution. Hufprobleme sind in freier Natur nahezu unbekannt. Der Huf ist Schutz, Tastorgan, Stoßdämpfer, Ausscheidungsorgan, „Blutpumpe“ und vieles mehr zugleich.

Die gesunden Pferdehufe sind u.a. die Folge artgerechter Haltung und ausreichender Bewegung. Nur so ist ein gesundes, schnelles und sicheres Laufen möglich. Mit der Sesshaftwerdung der Menschen begann die Einschränkung des optimalen und artgerechten Lebensraum der Pferde. Pferde wurden „auf einmal“ gemeinsam mit dem Mensch sesshaft und dabei in Burgen und Ställen gehalten. Für das Lauf- und Fluchttier „Pferd“ ein Trauma!
Wenig Bewegung und weicher Untergrund auf ammoniakreichem Einstreu schädigten auch die Pferdehufe. Die Hufe wurden brüchig und die Hornqualität minderte sich. Es wurde begonnen, die Hufe mit Hilfsmitteln wie dem Hufeisen zu schützen. Seit diesen Zeiten sind Hufkrankheiten eine der Haupterkrankungen beim Pferd.
Die “Hufzubereitung” orientiert sich vermehrt an der Form zur Aufbringung des Beschlags. Boxenhaltung und Beschlag führen zur Einschränkung der Huffunktion mit weniger Durchblutung, weniger Stoffwechsel und weniger Gefühl. Sie machen aber das Pferd so “auf engem Raum” für einen bestimmten Zeitraum nutzbar. Dies geht jedoch zu Lasten des Pferdes, der Gesundheit und oft zur Deformation der Hufe. Sobald die Hufe beginnen “sensibel” zu werden, folgen oft verschiedene Varianten orthopädischer Beschläge, die das Pferd noch eine zeitlang nutzbar machen, jedoch im Ergebnis kontraproduktiv ist, weil die Ursachen damit i.d. R. nicht behoben werden. Die Schädigungen im Huf gehen weiter.

Die Huftherapie erfolgt bei mir daher ausschließlich barhuf. Als Übergang werden soweit erforderlich Hufschuhe genutzt. Sofern die bei mir therapierten Pferde nach ihrer Heimkehr wieder beschlagen oder artwidrig gehalten werden, fördert dies u.a. keine dauerhafte Gesundung bzw. Gesunderhaltung der Hufe.